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Die Geschichte des Shaolin Tempels in China

Im Jahre 495 n. Chr. wurde der Shaolin Tempel auf Befehl des Kaisers Hsiaowen am Fuße der Songshan Berge erbaut.

Der Tempel war als religiöses Zentrum und Ort der Aufbewahrung und Vermittlung von Wissen gedacht. So bestand er zu Beginn aus einem Reliquienschrein und einer Einrichtung zur Übersetzung der religiösen und philosophischen Schriften vom Indischen ins Chinesische.

Durch den indischen Mönch Bodhidharma (chin. Ta-Mo) wurde im Shaolin Kloster der Zen-Buddhismus "entwickelt". Von hier aus fand er seine Verbreitung in der ganzen östlichen Welt, vor allem Japan.

Mit dem Zen einhergehend ging die Entwicklung der Kampfkünste schnell voran. Diese beiden Bereiche sind auch untrennbar miteinander verbunden.

Im Shaolin Tempel wurde Kampfkunst sowohl zur Selbstverteidigung und zur körperlichen Ertüchtigung, aber eben auch nicht minder zur geistigen Weiterentwicklung betrieben. Bodhidharma lehrte Atemtechniken und Übungen, die vermutlich die Grundlage des späteren Shaolin Tempelboxens waren.

Kaiser T’ai-Tsung verlieh dem Tempel das Recht, zum Selbstschutz eine kleine Gruppe Mönche zu Kämpfern auszubilden.

Als der T’ang-Kaiser in Bedrängnis geriet und den Tempel um Unterstützung bat, entsandten die Shaolin 13 Mönche. Dieses Ereignis ist historisch belegt. Diese Männer leisteten dem Kaiser so gute Dienste, daß er dem Tempel erlaubte, 500 Kriegermönche auszubilden. Zu seiner ersten Blütezeit vor etwa 1300 Jahren lebten in der Tempelanlage 1500 Mönche, davon etwa 500 im Kampf ausgebildete. Im Jahre 1674 bat der Kaiser K’ang-Hsi um Hilfe und erhielt sie in Form einer Truppe von über 100 Kriegermönchen.

Der Kaiser war von der Kampfkraft der Mönche so beeindruckt, daß er vor ihnen angst bekam. Gedankt bekamen die Shaolin ihren heldenhaften Einsatz damit, daß der Kaiser eine Armee entsandte, die den Tempel angriff, niederbrannte und die meisten Shaolin nach erbittertem Kampf ermordete.

Während die Überlebenden größtenteils in andere Tempelklöster gingen oder sich der Peking Oper anschlossen, blieben einige in der Nähe, trafen sich im Geheimen und übten heimlich die Kampfkünste. Nach dem Tode des Kaisers K’ang-Hsi wurde der Shaolin Tempel wieder aufgebaut. Im Jahre 1928 fand die Geschichte des Shaolin Tempels ein vorübergehendes jähes Ende, als das Kloster zum Streitpunkt der Kriegsherrn wurde und die Shaolin vor dem General Hsi-Xousan und seinen Truppen fliehen mußten, um ihr Leben zu retten.

Heutzutage blüht der Shaolin Tempel wieder, auch als Kampfkunst-Zentrum, immer mehr auf. Hat doch selbst die kommunistische chinesische Regierung den Stellenwert des Klosters erkannt. Zwar gab und gibt es Abspaltungen des Tempels und auch in anderen Teilen Chinas Klöster, die sich Shaolin nennen, doch soll hier nur der legendäre Tempel am Fuße des Songshan Gebirge von Relevanz sein. Diese Ansammlung von Talenten und Konzentration von Energie an einem Ort über einen so gewaltigen Zeitraum von über 1500 Jahren für die Kampfkünste ist in der Weltgeschichte wohl einmalig.